Der Bericht präsentiert die Ergebnisse des New Work-Barometers 2024 der SRH Hochschule für angewandte Wissenschaften / Berlin University of Applied Sciences. Die Studie untersucht das Verständnis und die Anwendung von New Work im DACH-Raum, fokussiert auf Organisationsentwicklung und Homeoffice. Die Ergebnisse zeigen eine anhaltende Relevanz von New Work, wobei Empowerment und Arbeitsautonomie zentral sind. Ein ganzheitlicher Empowerment-Ansatz korreliert positiv mit Organisationsleistung und Innovation, im Gegensatz zu rein struktur- oder wirtschaftsorientierten Ansätzen. Homeoffice wird weit verbreitet genutzt, wobei flexible Regelungen auf Team- und individueller Ebene positivere Ergebnisse zeigen als starre Organisationsvorgaben.
Ein Überblick über die Ergebnisse
Die Ergebnisse des Barometers zeigen, dass das Homeoffice derzeit das am häufigsten genannte Beispiel für New Work ist. Diese Entwicklung wurde durch die Pandemie beschleunigt, als viele Unternehmen gezwungen waren, auf remote Arbeit umzusteigen. Doch ist das Arbeiten von zu Hause wirklich alles, was New Work ausmacht?
Empowerment als Schlüsselkonzept
Das Barometer zeigt, dass der Begriff New Work weit über den Standort hinausgeht. Insbesondere in der DACH-Region wird New Work stark mit der Idee des Empowerments von Mitarbeitern verknüpft. Empowerment bedeutet in diesem Kontext, den Mitarbeitern Autonomie, Kompetenzen und Einfluss zu geben, um wirklich einen Unterschied machen zu können.
Die Dimensionen des Empowerments
Das Barometer identifiziert vier Dimensionen des psychologischen Empowerments: Selbstbestimmung, Kompetenz, Sinnhaftigkeit und Einfluss. Während 80 % der Befragten glauben, dass New Work Selbstbestimmung fördert, sehen nur 54 % es als förderlich für die Kompetenz, 42 % für die Sinnhaftigkeit und nur 38 % für den Einfluss. Diese Diskrepanz zwischen Theorie und Praxis ist alarmierend und wirft Fragen auf, ob Unternehmen wirklich bereit sind, ihre Mitarbeiter zu ermächtigen oder ob sie nur an der Oberfläche kratzen.
Die Auswirkungen auf die Unternehmensleistung
Die Untersuchung zeigt, dass Organisationen, die alle vier Dimensionen des Empowerments fördern, eine höhere Innovations- und Unternehmensleistung aufweisen. Dies legt nahe, dass Empowerment nicht nur eine moralische Verpflichtung ist, sondern auch eine wirtschaftliche Notwendigkeit. Unternehmen, die in ihre Mitarbeiter investieren und eine positive Kultur fördern, schneiden langfristig besser ab.
Homeoffice und seine Herausforderungen
Ein weiteres interessantes Ergebnis des Barometers ist die negative Korrelation zwischen der Präferenz für Homeoffice und der wahrgenommenen organisatorischen Leistung. Es stellt sich heraus, dass Mitarbeiter, die unzufrieden mit der Leistung ihrer Organisation sind, möglicherweise im Homeoffice Zuflucht suchen. Das bedeutet, dass das Homeoffice nicht das Problem ist, sondern eher ein Symptom für tiefere, strukturelle Probleme innerhalb des Unternehmens.
Strategische Ansätze für Homeoffice
Unternehmen sollten daher Homeoffice nicht als bloßen Vorteil oder als Reaktion auf externe Drucksituationen betrachten, sondern als strategische Entscheidung. Die Regeln für Homeoffice sollten auf Teamebene und individuell festgelegt werden, um die Performance zu steigern.
Organisationsentwicklung im Fokus
Ein weiterer interessanter Punkt ist, dass traditionelle Ansätze zur Organisationsentwicklung, wie Umstrukturierungen und Prozessoptimierungen, keine signifikante Korrelation zur Leistung zeigen. Vielmehr haben menschenzentrierte und kulturelle Ansätze eine starke positive Verbindung zu Innovationsleistungen.
Der Mensch im Mittelpunkt
Die Ergebnisse zeigen, dass es entscheidend ist, die menschlichen Elemente in den Vordergrund zu stellen. Eine Kultur, die Zugehörigkeit, Sinn und psychologische Sicherheit fördert, ist der Schlüssel zu einer erfolgreichen Organisation. Unternehmen müssen sich fragen, ob sie so sehr auf kurzfristige Gewinne fokussiert sind, dass sie langfristige Investitionen in ihre Mitarbeiter vernachlässigen.
Fazit: Ein ganzheitlicher Ansatz für New Work
Die Erkenntnisse des New Work Barometers 2024 zeigen, dass es für Unternehmen entscheidend ist, eine ganzheitliche Sichtweise auf Arbeit zu entwickeln, die über Standort und Struktur hinausgeht. Es geht darum, eine Kultur zu schaffen, in der Mitarbeiter sich ermächtigt fühlen, in der ihre Bedürfnisse und Ziele berücksichtigt werden und in der sie aktiv an der Gestaltung ihrer Arbeitsumgebung teilnehmen können.
Aufruf zur Reflexion
Diese Studie regt dazu an, über die eigene Arbeitssituation nachzudenken. Fühlen Sie sich in Ihrem Job in allen vier Dimensionen des Empowerments unterstützt? Wo könnten Verbesserungen vorgenommen werden? Es ist an der Zeit, aktiv zu werden und Veränderungen zu fordern, um eine Zukunft der Arbeit zu gestalten, die nicht nur effizient, sondern auch erfüllend ist.
Der New Work Barometer 2024 bietet wertvolle Einblicke und Fragen, die sowohl Individuen als auch Organisationen auf ihrem Weg zu einer erfolgreichen und menschlicheren Arbeitswelt unterstützen können.
Für weitere Informationen und den vollständigen Bericht besuchen Sie die SRH Berlin University of Applied Sciences: New Work Barometer 2024
Und für eine tiefere Einsicht in die Entwicklungen im Bereich New Work, schauen Sie auf die Homepage von Carsten Schermuly: Berichte und Analysen

